Die Geschichte der Kanzlei und und der Residenz im 20. Jahrhundert
Gartenansicht der Botschafterresidenz in der ul. Powarskaja 46
(© Juri Palmin)
Die wechselnden Adressen der deutschen Botschaft Moskau spiegeln die Umbrüche in der Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen im 20. Jahrhundert wider.
Für das kaiserliche Deutschland war in Sankt Petersburg erst 1912 von Peter Behrens eine neue Botschaft am Isaaksplatz errichtet worden. Nach dem Krieg, von 1922 bis 1939, wurde sie als deutsches Konsulat genutzt.
In Moskau gab es vor dem Ersten Weltkrieg nur ein Konsulat im Archangelski Pereulok 1. Deutsche Botschaften gibt es in Moskau seit Verlegung des Regierungssitzes von St. Petersburg nach Moskau im März 1918.
Nach dem Frieden von Brest-Litowsk entsandte das Kaiserreich Botschafter Graf Mirbach nach Moskau. Er wurde im Juli 1918 in seiner Botschaft ermordet. Damals diente als Botschaft und Residenz das frühere "Palais Berg", die heutige italienische Botschaft und Residenz im Deneshny Pereulok 5.
Nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen in der Folge des Rapallo-Vertrages wollte das Deutsche Reich das Palais Berg nicht wieder übernehmen. Die Botschaftskanzlei war von 1922 bis 1941 unter der Adresse Leontjewski Pereulok 10 anzufinden, ein Gebäude, das von 1949 bis 1984 als DDR-Botschaft diente und unter der Adresse uliza Stanislawskogo firmierte. Die Botschafter von Graf Brockdorff-Rantzau bis Graf Schulenburg residierten im Hause Tschisty Pereulok 5, das heute Moskauer Stadtresidenz des Patriarchen ist.
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Kanzleigebäude in der Uliza Mosfilmowskaja 56
(© Sergej Wassiljew)
Nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion als Ergebnis des Adenauer-Besuches im September 1955 in Moskau diente das Palais in der Bolschaja Grusinskaja uliza 17 von 1956 bis 1992 als Botschaftskanzlei, während die Botschafterresidenz von März 1956 bis heute das Haus in der Powarskaja uliza 46 (zwischenzeitlich uliza Worowskogo) ist. Im Oktober 1992 wurde die Kanzlei in den Neubau in der Mosfilmowskaja uliza 56 verlegt. Die DDR, die keine eigene Botschafterresidenz besass, hatte 1984 ihren Neubau im Leninski prospekt 95 a bezogen, in dem seit der Wiedervereinigung Deutschlands die Rechts- und Konsularabteilung sowie das Goethe-Institut untergebracht sind.