Wirtschaftsstandort Russland

Christi-Erlöser-Kathedrale in Moskau Christi-Erlöser-Kathedrale in Moskau (© picture-alliance/ ZB)

Russland hat sich von dem erheblichen Einbruch des BIP im Zusammenhang mit der weltweiten Wirtschaftskrise teilweise erholt. Nachdem das BIP 2009 real um 7,9 % zurückgegangen war, verzeichnete es 2010 ein moderates Wachstum von 4,0 %, die Prognose für 2011 liegt bei 4,1 %. Das Wachstum lässt sich auf  steigende Rohstoffpreise, insbesondere den Ölpreis, aber auch auf steigende Industrieproduktion und wachsende Beschäftigung zurückführen.

 

Die Inflation betrug im Jahr 2010 8,8 %, zu Jahresbeginn 2011 stieg die Jahresinflationsrate allerdings auf über 10 Prozent an. Die Entwicklung des russischen Staatshaushaltes fiel positiver aus als erwartet – das Hauhaltsdefizit lag Ende 2010 bei 3,9 Prozent des BIP. In den kommenden Jahren werden schrittweise sinkende Defizite erwartet. Russland nimmt wieder Gelder auf den Kaiptalmärkten auf, weist jedoch eine akzeptable Verschuldungsquote von 10 Prozent des BIP auf. Im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise und den steigenden Rohstoffpreisen erfuhr der Rubel 2010 eine Aufwertung gegenüber dem Euro um nominal 7 Prozent. 

 

Deutsche Investitionen in Russland stiegen im Jahresverlauf 2010 gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2009 um 40 Prozent auf ca. 10,4 Mrd. US-Dollar an. Die zentralen Bereiche deutscher Investitionstätigkeit sind die verarbeitende Industrie, gefolgt von der Förderung von Bodenschätzen, Handel und Reparatur sowie Metallurgie und dem Immobiliengewerbe. Mehr als die Hälfte der ausländischen Investitionen flossen im 1. Halbjahr 2011 in den Finanzsektor. Auf die verarbeitende Industrie entfielen 19 Prozent, auf den Rohstoffsektor 13 Prozent, des Weiteren waren die Bereiche Handel und der Telekom- und Transportsektor attraktiv für Auslandsinvestoren. Russland bleibt aufgrund seines umfassenden Modernisierungsbedarfes ein wichtiger, aufnahmefähiger Export- und Investitionsmarkt. Zollabfertigung, Zertifizierung und administrative Verfahren stellen gegenwärtig die größte Herausforderung für die Außenhandelsbeziehungen dar.

 

Elemente von Marktwirtschaft (besonders im tertiären Sektor) koexistieren weiter mit staatlicher Kontrolle strategisch wichtiger Bereiche wie zum Beispiel Energie und Rohstoffe, Flugzeug- und Fahrzeugbau sowie teilweise auch bei Informations- und Kommunikationstechnologien. Russland ist einer der größten Energieproduzenten der Welt und verfügt mit fast einem Viertel der Weltgasreserven (23,4%), ca. 6,3% der Weltölreserven und den zweitgrößten Kohlereserven (19%) über bedeutende Ressourcen. Russland kommt für 19,6% der Weltgasförderung und 12,4% der Weltölförderung auf. Die mangelnde Diversifizierung der russischen Wirtschaft führt zu einer überproportional hohen Abhängigkeit der Wirtschaftsentwicklung von den Einnahmen aus dem Verkauf von Öl und Gas.

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Die deutsche Wirtschaft in Russland

Deutschland bleibt unverändert wichtigster Handelspartner Russlands: Beide Volkswirtschaften weisen im Warenverkehr den höchsten Verflechtungsgrad auf: Das kumulierte bilaterale Außenhandelsvolumen wuchs im ersten Halbjahr 2011 um 45 % und betrug umgerechnet 23,8 Mrd. Euro. Dabei hielten sich die Ein- und Ausfuhren ungefähr die Waage und erreichten jeweils 11,9 Mrd. Euro. Damit ist Deutschland in dieser Größenordnung des Außenhandelsvolumens der einzige Handelspartner, mit dem Russland eine in etwa ausgeglichene Handelsbilanz aufweisen kann.

Wertmäßig hat Deutschland zwar mittlerweile seinen statistischen Spitzenplatz als größter Importeur an China abtreten müssen und liegt seit Juni 2011 auch hinter den Niederlanden dritter Stelle; von der Lieferstruktur her (vor allem Maschinen, Anlagen, Spitzentechnologie) bleibt Deutschland jedoch unverändert wichtigster Handelspartner. Mit einem Plus von 55% sind Russlands Einfuhren aus Deutschland im 1. Halbjahr 2011 zudem deutlich stärker gestiegen als die Einfuhren aus der VR China (+36%).

Während deutsche Exportschwerpunkte Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteile, chemische Erzeugnisse sowie landwirtschaftliche Produkte sind, ist umgekehrt Russland Großlieferant von Öl, Gas und anderen Rohstoffen in Richtung Deutschland (russische Exporte nach Deutschland im Kahr 2010 20,1 Milliarden Euro).

Ansprechpartner auf dem Gebiet der Außenwirtschaftsförderung sind die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland "Germany Trade and Invest, sowie die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), deren Angebot über das "Informationszentrum der Deutschen Wirtschaft" auch unternehmensnahe Dienstleistungen umfasst. Das „Informationszentrum der Deutschen Wirtschaft“ bietet konkrete Hilfestellung beim Einstieg in den russischen Markt durch seine kostenpflichtigen Auskunfts- und Beratungsdienstleistungen  (u.a. Adressrecherchen, Geschäftspartnersuche, Rechtsinformation, Unterstützung bei der Personalsuche und der Akkreditierung von Repräsentanzen).

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Germany Trade and Invest GmbH

Strategische Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation

Durch die gemeinsame Regierungserklärung über die strategische Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation zwischen Deutschland und Russland aus dem Jahre 2005 sollen neue Impulse in der Zusammenarbeit und bei der institutionellen Verflechtung deutscher und russischer Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen gegeben werden. Dabei geht es um eine zukunftsorientierte Entwicklung der bilateralen Beziehungen die insbesondere auch die verstärkte Einbeziehung junger Menschen zum Ziel hat.