Deutschland und der Klimaschutz

Der Weg zur Energie der Zukunft

Deutschland steht vor einem grundlegenden Umbau seiner Energieversorgung in das Zeitalter der erneuerbaren Energien. Dazu hat der Deutsche Bundestag am 30.06.2011, der Deutsche Bundesrat am 08.07.2011 die Weichen gestellt.

Schrittweise wird bis spätestens Ende 2022 vollständig auf die Stromerzeugung in deutschen Kernkraftwerken verzichtet. Die schon abgeschalteten sieben ältesten Kernkraftwerke sowie das Kernkraftwerk Kümmel gehen nicht wieder ans Netz. Der schnellere Ausstieg aus der Kernenergie erfordert, dass der mit dem Energiekonzept der Bundesregierung vom Herbst 2010 begonnene Umbau der Energieversorgung beschleunigt werden muss. Dabei bleibt Klimaschutz ein entscheidender Treiber. Denn an den im Energiekonzept vereinbarten Klimaschutzzielen wird festgehalten.

Wirtschaftliche Chancen des Klimaschutzes

Die ambitionierte Klimaschutzpolitik der Bundesregierung mit dem Ziel einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 % bis 2020 gegenüber 1990 führt bis zum Jahr 2020 im Saldo aller gesamtwirtschaftlichen Effekte zu 500.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Bis 2030 können es sogar 800.000 Stellen sein. Dies geht aus der Studie "Investitionen in ein klimafreundliches Deutschland" zu den Wachstums- und Beschäftigungseffekten des IEKP hervor. Insgesamt arbeiten inzwischen nahezu 1,8 Millionen Menschen in Deutschland im Umweltschutzbereich. Damit hängen 4,5 % aller Arbeitsplätze vom Umweltschutz ab, 2004 waren es erst 3,8 %. Diese Entwicklung geht vor allem auf den starken Beschäftigungszuwachs bei den erneuerbaren Energien, den wachsenden Export deutscher Umwelttechnologie und die Zunahme umweltorientierter Dienstleistungen zurück. Außerdem generieren die Maßnahmen der Bundesregierung zusätzliche Investitionen in Höhe von 30 Mrd. € pro Jahr und senken die Energiekosten bis 2020 um ca. 20 Mrd. € jährlich. Beide Effekte zusammen führen zu mehr Wachstum und Beschäftigung.


Klimaschutzinitiative

Dem Bundesumweltministerium (BMU) standen im Jahr 2008 insgesamt 400 Mio. €, die aus Einkünften aus dem Handel mit Emissionszertifikaten stammen, zur Umsetzung einer Klimaschutzinitiative zur Verfügung. Davon wurden 280 Mio. € in Deutschland in die Nationale Klimaschutzinitiative und 120 Mio. € in Entwicklungs- und Schwellenländern für die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) investiert. 

Russland ist eines der fünf Schwerpunktländer der IKI, erste Projekte werden schon durchgeführt. Für das Jahr 2009 konnten die zusätzlichen Haushaltsmittel auf 460 Mio. € ausgeweitet werden. Die Ziele der Klimaschutzinitiative sind die kostengünstige Erschließung der vorhandenen Potenziale zur Emissionsminderung und die Unterstützung innovativer Modellprojekte. Das BMU fördert konkrete Klimaschutzmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien. Die internationale Klimaschutzinitiative unterstützt darüber hinaus Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Schutz klimarelevanter Biodiversität in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Windpark

Klimaschutz rechnet sich – Wege zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft durch Erhöhung der Energieeffizienz

Am 28. Oktober 2011 veranstalteten die deutsche und die britische Botschaft gemeinsam mit der russischen Akademie der Wissenschaften (IMEMO) in Moskau eine Konferenz zum Thema Energieeffizienz. Über 110 Teilnehmer diskutierten mit Vertretern der Regierungen, der Wirtschaft, der Wissenschaft und von Nichtregierungsorganisationen aus Russland, Deutschland und Großbritannien.

Staatsministerin Pieper bei der Eröffnung einer Konferenz zum Thema Klimawandel

Deutsches Engagement für den internationalen Klimaschutz

Der Wandel des globalen Klimas wird im 21. Jahrhundert weltweit gravierende Folgen haben. Klimasicherheitspolitik ist unabdingbar für globalen Wohlstand, für Nahrungsmittel-, Wasser- und Energiesicherheit, für eine offene Weltwirtschaft, für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Rechtsstaatlichkeit.

Deutschland und der Klimaschutz

Petersberger Klimadiolog II

Klimakonferenz 2010 Petersberg Bonn

Zur Vorbereitung auf die nächste Weltklimakonferenz in Durban (Südafrika) trafen sich vom 2. bis 4 Juli 2011 Minister und hochrangige Vertreter aus 35 Staaten in Berlin, um gemeinsam einen anspruchsvo...

Hamburg: Grünes Vorbild für Europa

Hamburg - Grünes Vorbild für Europa

Radwege ausbauen, den öffentlichen Nahverkehr verbessern, mehr Elektromobile auf die Straße bringen, Häuser sanieren, neue Bio­tope ausweisen und Müll zur Energieerzeugung nutzen: Das sind einige der grünen Ideen, mit denen sich Hamburg im Jahr 2011 als Europas Umwelthauptstadt profilieren will. Die mit 1,7 Millionen Einwohnern zweitgrößte deutsche Stadt wurde von der Europäischen Kommission ausgezeichnet und setzte sich gegen 35 europäische Mitbewerber durch. Nach dem schwedischen Stockholm ist Hamburg die zweite Großstadt, die den Titel für vorbildliches Engagement im Umwelt- und Naturschutz erhält.

IRENA: Erneuerbare Energien international fördern

Im Januar 2009 wurde die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) gegründet. Die Bundesregierung hatte hierfür die Initiative ergriffen und sich engagiert für ihre Entstehung eingesetzt. Das Technolgie-Zentrum von IRENA hat seinen Sitz in Bonn. Die Bundesregierung ist überzeugt, dass sich globale Herausforderungen wie Energiesicherheit, Umweltschutz und Armutsbekämpfung nicht im Alleingang lösen lassen, und misst daher IRENA bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine Schlüsselrolle bei.

Dem Klimawandel begegnen - Die deutsche Anpassungsstrategie

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind untrennbar miteinander verbunden: Sie sind zwei Seiten einer Medaille und bilden die beiden tragenden Säulen der deutschen Klimapolitik.

Diesen Prozess will die Bundesregierung mit der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) fördern. Die Bundesregierung versteht die Deutsche Anpassungsstrategie als Rahmen in einem mittelfristigen Prozess, bei dem Bund, Länder, Kommunen und viele weitere gesellschaftliche Akteure zusammentragen, wo und wie gehandelt werden muss, um spätere Schäden zu vermeiden. Darauf aufbauend sollen konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

CDM/JI-Internetportal des Bundesumweltministeriums

beech trees

Diese Internetseite informiert Sie über die Klimaschutzinstrumente Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI). CDM und JI sind zwei der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls zur Verringerung des weltweiten Treibhausgasausstoßes.