Ein Haus im Grünen - 100 Jahre Max-Liebermann-Villa
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Liebermann Villa
(© picture alliance / dpa)
Sie war für ihn Rückzugsort und Inspiration zugleich: Mehr als 200 Gemälde hat Max Liebermann in seiner Villa am Wannsee gemalt und auf diese Weise das Gebäude und den üppigen Garten in immer neuen Varianten verewigt. Genau hundert Jahre ist es her, dass der schon zu Lebzeiten sehr bekannte jüdische Maler das Haus bezog, das er selbst liebevoll sein „Schloss am See" nannte.
Im Jahre 1909 hatte Liebermann eines der letzten Grundstücke am Ufer des Wannsees gekauft, um sich hier eine Sommervilla zu bauen. Die Gestaltung des berühmten Gartens übertrug er dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, der ihn gemäß seines kunstpädagogischen Ansatzes anlegte. Lichtwark arrangierte für Liebermann auf dem großen Areal eine Vielzahl unterschiedlicher Gartenräume, zu denen neben Rosenhecken und Blumenterrasse auch ein Nutzgarten gehörte.
Das Wohnhaus, die 1910 fertiggestellte Max-Liebermann-Villa, orientiert sich eher am klassizistischen Stil und zitiert dabei auch ein anderes, nicht minder bekanntes Vorbild: Goethes Gartenhaus in Weimar.
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Der Nutzgarten nach Osten
(© picture alliance / akg-images)
Mit der „Flucht ins Grüne“ war der berühmte Maler nicht alleine. Eine Vielzahl von Künstlern ließ sich damals Gärten und Villen fernab der hektischen Großstadtzentren errichten. Diese Entwicklung stand im Zusammenhang mit populären Bewegungen der Zeit, die, als Ausgleich zur zunehmenden Industrialisierung, nach alternativen Lebensformen suchten.
Nach dem Tod Liebermanns musste seine Witwe Martha die Villa auf Druck der Nationalsozialisten verkaufen. Die heute denkmalgeschützte Liebermann-Villa wurde später von der Max-Liebermann-Gesellschaft renoviert, der Garten rekonstruiert und dient heute als Museum - und als beliebtes Ausflugsziel, da hier, so der Museumsleiter Martin Faas, „ein Stück Berliner Geschichte lebendig geblieben ist. Es ist wie die Wiederentdeckung einer kulturellen Blüte – der Besucher erkennt, welche große kulturelle Bedeutung jüdisches Leben für die Stadt hatte.“
Noch bis zum 15. August können sich Besucher in der Sonderausstellung „100 Jahre Liebermann-Villa. Die Idee vom Haus im Garten“ über den Maler und sein Kleinod informieren.
Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag 10 – 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr. Feiertage geöffnet.
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